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  • Sabine Detering

Die ­čćë­čů┤­čů▓­čů║­čů┤­čůŻ-Saison hat angefangen!

Aktualisiert: Apr 12

Mittlerweile sind unsere Winter so warm, dass wir fast ganzj├Ąhrig keine Ruhe vor den kleinen Plagegeistern haben. Schon ab 5 Grad werden sie aktiv. Trotzdem werden sie mit steigenden Temperaturen im Fr├╝hjahr wieder deutlich h├Ąufiger gesichtet.


Und wie jedes Jahr beginnt damit die Diskussion, welche Abwehr-Ma├čnahme "die richtige" ist. Um eins direkt vorweg zu nehmen: Die eine f├╝r alle Hunde perfekte L├Âsung gibt es nicht! Am Ende muss also jeder selbst entscheiden, was er seinem Tier und sich selbst an Nebenwirkungen durch die Prophylaxe bzw. an Risiko f├╝r Krankheits├╝bertragungen zumuten will.


Um welche Krankheiten geht es dabei eigentlich?

Beim Hund sind es vor allem folgende:

­čÉ Borreliose

­čÉ Babesiose

­čÉ Anaplasmose

­čÉ FSME

­čÉ Ricketsiose

­čÉ Ehrlichiose


Die Verbreitung der Krankheitserreger ist regional sehr unterschiedlich. Bei Borreliose geht man davon aus, dass 5-60% der Zecken Bakterien tragen.


Einige der Krankheitserreger, z.B. FSME-Viren, werden dabei durch den Speichel ├╝bertragen, k├Ânnen also ab dem Stich sofort in den Hund gelangen. Andere, z.B. Borrelien, befinden sich im Darm der Zecke, so dass die ├ťbertragung erst nach 12-24 Stunden einsetzt. Nicht nach jedem Stich einer "infizierten" Zecke kommt es auch zwangsl├Ąufig zur Erkrankung des betroffenen Hundes.

Um unsere Hunde vor diesen Krankheiten zu sch├╝tzen, haben wir also folgende Ziele:

1. Zecken und Hund sollten m├Âglichst gar nicht in Kontakt kommen

2. Falls es zum Kontakt kommt, sollte die Zecke den Hund schnell wieder verlassen, ohne ihn zu stechen

3. Falls doch eine Zecke sticht, sollte sie am besten innerhalb von 12 Stunden abget├Âtet werden.


Zu 1.:

Das Risiko, dass ├╝berhaupt eine Zecke Kontakt zum Hund aufnimmt, h├Ąngt von verschiedenen Faktoren ab. Zuallererst muss es daf├╝r eine Gelegenheit geben: Hunde, die h├Ąufig durchs hohe Gras oder Geb├╝sch streifen, treffen wesentlich h├Ąufiger auf Zecken als Hunde, die sich nur auf asphaltierten Wegen und gem├Ąhtem Rasen aufhalten. Und es gibt auch von Wiese zu Wiese oder Wald zu Wald deutliche Unterschiede. Wenn man sich ein bisschen unter Hundehaltern umh├Ârt, erf├Ąhrt man recht schnell, welche Gebiete besonders Zecken-verseucht sind. Solche Gebiete konsequent zu meiden, verringert das Risiko f├╝r einen Zecken-Kontakt erheblich.


Dar├╝ber hinaus sind offenbar einige Hunde als Wirt deutlich attraktiver als andere. ├ähnlich wie einige Menschen mehr von M├╝cken geplagt werden als andere. Was genau einige Hund so anziehend f├╝r die Zecken macht, ist noch unklar. M├Âglicherweise spielt die Fellfarbe eine Rolle, das Alter oder der Gesundheitszustand (Immunsystem).



Zu 2.:

Damit eine Zecke, die bereits auf dem Hund ist, nicht sticht, braucht es ein Abwehrmittel mit ­ŁŚ┐­ŁŚ▓­ŁŚŻ­ŁŚ▓­ŁŚ╣­ŁŚ╣­ŁŚÂ­ŁŚ▓­ŁŚ┐­ŁŚ▓­ŁŚ╗­ŁŚ▒­ŁŚ▓­ŁŚ┐ ­ŁŚ¬­ŁŚÂ­ŁŚ┐­ŁŚŞ­Łśé­ŁŚ╗­ŁŚ┤. Erstaunlich viele der chemischen Spot-Ons und Halsb├Ąnder haben diese Wirkung nicht (z.B. Frontline, Prac-Tic, Pestigon) und machen daher aus meiner Sicht wenig Sinn. Das gleiche gilt f├╝r die h├Ąufig empfohlenen Kautabletten gegen Zecken (Bravecto, Nexgard, Simparica).

Die Wirkstoffe ­ŁŚú­ŁŚ▓­ŁŚ┐­ŁŚ║­ŁŚ▓­Łśü­ŁŚÁ­ŁŚ┐­ŁŚÂ­ŁŚ╗, ­ŁŚŚ­ŁŚ▓­ŁŚ╣­Łśü­ŁŚ«­ŁŚ║­ŁŚ▓­Łśü­ŁŚÁ­ŁŚ┐­ŁŚÂ­ŁŚ╗ und ­ŁŚÖ­ŁŚ╣­Łśé­ŁŚ║­ŁŚ▓­Łśü­ŁŚÁ­ŁŚ┐­ŁŚÂ­ŁŚ╗ sind dagegen recht zuverl├Ąssig repellierend und in vielen Spot-Ons und Zeckenhalsb├Ąndern enthalten.

Vielen bekannten Hausmitteln wird zwar auch eine repellierende Wirkung nachgesagt, in wissenschaftlichen Studien wurde dies aber leider bisher nicht bewiesen. Die Erfahrung l├Ąsst vermuten, dass nicht jedes Hausmittel bei jedem Hund gleicherma├čen wirkt.


Auch zu diesem Punkt gibt es ein etwas zeitraubendes aber sehr einfaches Mittel: Wer seinen Hund nach jedem Spaziergang gr├╝ndlich absucht, findet die meisten Zecken, bevor sie sich ein gem├╝tliches Pl├Ątzchen zum Stechen gesucht haben.

Zu 3.: Wenn die Zecke gestochen hat, versagen Hausmittel leider vollst├Ąndig. Zecken nach dem Stich abzut├Âten, ist die St├Ąrke der chemischen Zeckenabwehr. Doch auch hier gibt es Unterschiede. Einige Mittel t├Âten die Zecken innerhalb von 12 Stunden nach dem Biss, andere erst innerhalb von 24 oder 48 Stunden, also nachdem eventuelle vorhandene Krankheitserreger ├╝bertragen werden konnten.


Vom Wirkprinzip her haben also Spot-Ons und Halsb├Ąnder mit dem Wirkstoff Permethrin, Deltamethrin oder Flumethrin klar die Nase vorn. Aber es w├Ąre nat├╝rlich zu einfach, wenn es keine Nachteile dieser Mittel g├Ąbe, denn es handelt sich immerhin um Insektizide. Falls Nebenwirkungen wie z.B. Hautreaktionen auftreten, lassen sie sich aber zumindest leicht wieder entfernen. In Haushalten mit Kleinkindern oder Schwangeren wird dagegen grunds├Ątzlich vom Einsatz chemischer Spot-Ons und Halsb├Ąnder abgeraten.


Die Wirkung von Hausmitteln ist umstritten und individuell sehr unterschiedlich. Daf├╝r haben sie in der Regel keine medizinischen Nebenwirkungen. Bei Mitteln zum Aufspr├╝hen sollte man allerdings nicht untersch├Ątzen, wie stark der Geruch die empfindliche Hundenase beeintr├Ąchtigt oder st├Ârt.


Kautabletten sind f├╝r den Hund aus meiner Sicht nur eingeschr├Ąnkt sinnvoll, weil sie keine repellierende Wirkung haben. Ihr Vorteil ist aber, dass man als Mensch nicht mit den Wirkstoffen in Kontakt kommt. Im Vergleich mit chemischen Spot-Ons und Halsb├Ąndern sind die bekannten Nebenwirkungen ├Ąhnlich. Der entscheidende Nachteil ist jedoch, dass sich der Wirkstoff nicht nur in der Haut sondern im ganzen K├Ârper des Hundes verteilt. Falls Nebenwirkungen auftreten, kann das Mittel nicht wieder entfernt werden, so dass sie je nach Wirkdauer f├╝r 1-3 Monate anhalten. Da es die Kautabletten erst seit wenigen Jahren gibt, gibt es damit noch keine Langzeiterfahrungen.

­ŁŚÖ­ŁŚ«­Łśç­ŁŚÂ­Łśü

Am Ende bleibt es jedem Hundehalter abzuw├Ągen: Lieber dauerhaft Chemie am oder im Hund oder doch lieber das Risiko einer Ansteckung in Kauf nehmen, w├Ąhrend man sich durch die lange Liste der potentiell wirksamen Hausmittel testet?


Entscheidungskriterien k├Ânnten neben der pers├Ânlichen Situation im Haushalt auch die Anf├Ąlligkeit des Hundes f├╝r Zecken und die regionale Verbreitung relevanter Krankheitserreger sein.


Egal f├╝r welches Mittel man sich entscheidet, einen 100%-igen Schutz garantiert leider keins. Vorbeugung durch Meiden von Zecken-verseuchten Gebieten und konsequentes Absuchen des Hundes nach Zecken bleibt also immer wichtig.


Die beiden folgenden Links sind interessant f├╝r alle, die noch etwas tiefer ins Thema einsteigen wollen.


Ralph R├╝ckert: Zecken und Co. - Ein Dauerthema

Ralph R├╝ckert: Isoxazoline Bravecto, Nexgard, Simparica und Credelio: N├╝tzlich, sinnvoll oder gef├Ąhrlich?


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