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  • Sabine Detering

Grannen - eine unscheinbare Gefahr

Aktualisiert: Mai 29





Es ist wieder soweit, die Gräser reifen und die ersten Grünstreifen sind gemäht – es ist Grannenzeit!

Grannen gehören zum Fruchtstand vieler Gräser und Getreidearten. Sie können sich bei Berührung von den Halmen lösen oder liegen im Bereich von gemähten Feldern und Wiesen auf dem Boden. Obwohl sie so alltäglich sind, bergen sie doch große Gefahren für unsere Hunde.

Die Ursache liegt in ihrer Bauart. Sie haben ein spitzes Ende, das in trockenem Zustand sehr hart sein kann. Davon gehen fadenartige Verlängerungen aus, die mit Widerhaken besetzt sind. Die Widerhaken bewirken, dass sich die Granne nur in eine Richtung bewegen kann: mit dem spitzen Ende voran. Fast unaufhaltsam durchdringt sie dabei Haut und Gewebe.

Der erste Kontakt zum Hund entsteht typischerweise

· beim Einatmen in der Nase oder im Rachenraum,

· im Bereich der Ohren,

· an den Pfoten

· oder im Auge.

Besonders bei Hunden mit etwas längerem, wuscheligem Fell können sich die Grannen aber eigentlich überall verfangen.


Von der Kontaktstelle aus bewegen sie sich meist in Richtung Körperinneres. Wo es keine Hindernisse gibt, wie z.B. in den Atemwegen, im Gehörgang oder in größeren Blutgefäßen kommen sie besonders schnell voran. Deswegen kann es sehr schwierig sein eine Granne zu finden, wenn sie einmal in den Körper eingedrungen ist.


Die Folge sind oft große Schmerzen und heftige Entzündungen bis hin zu eitrigen Abszessen. Die Granne muss dann operativ entfernt werden. Wenn Grannen im Gehörgang nicht rechtzeitig entfernt werden, perforieren sie das Trommelfell. Über die Atemwege können sie bis in die Lunge wandern und sich dort festsetzen. Am Auge machen sie sich zwar schnell durch eine Schwellung oder Bindehautentzündung bemerkbar, oft wird die Ursache aber zu spät erkannt, so dass das spitze Ende der Granne die Hornhaut, die Netzhaut oder den Sehnerv zerstören kann.


Zum Glück enden nicht alle Fälle so dramatisch, aber ich kenne leider persönlich mehrere Hunde, die wochenlang oder sogar ein Leben lang unter den Folgen von Grannen gelitten haben bzw. leiden.


Was kann man dagegen tun?


Vorsorge ist besser als heilen:

· Laufe nicht mit deinem Hund über kürzlich gemähte Grünstreifen und lass deinen Hund sich dort nicht wälzen.

· Lass deinen Hund nicht durch hohe Wiesen und Getreidefelder laufen, besonders wenn die Gräser bzw. Getreide trocken oder fast reif sind.

· Meide Wege an frisch abgeernteten Feldern.

· Kontrolliere das Fell, insbesondere die Pfoten, und die Ohren deines Hundes mindestens einmal täglich.


Wenn du eine Granne entdeckst, die erst wenig eingedrungen ist, entferne sie vorsichtig. Bei tiefer eingedrungenen Grannen ist die Gefahr groß, dass sie dabei abbricht und kleine Teile in der Haut stecken bleiben. Deswegen solltest du diese unbedingt dem Tierarzt überlassen.

Achte auf auffällige Verhaltensweisen, wie z. B.

· Plötzliches Niesen oder Husten

· Häufiges Kopfschütteln oder Schiefhalten des Kopfes

· Intensives Lecken oder Knabbern an den Pfoten oder anderen Körperteilen

· Mit der Pfote am Auge reiben


Hindere deinen Hund nach Möglichkeit daran, die Granne durch Lecken oder Reiben noch tiefer ins Gewebe zu drücken und gehe direkt zum Tierarzt. Mit etwas Glück kann er die Granne noch mit der Pinzette entfernen, bevor größerer Schaden entstanden ist.

Ich wünsche euch einen grannenfreien Sommer!


#Grannen #Hundewiese #Hund

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