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  • Sabine Detering

Kleine "Sitz-Challenge" oder Weiß dein Hund, was "sitz" bedeutet?

Vor ein paar Tagen hat mich ein Kunde auf die Idee gebracht, eine kleine "Sitz-Challenge" zu machen, um auszuprobieren, wie gut unsere Hunde wirklich das Signal "sitz" verstehen.


Er dachte nämlich, sein kleiner Junghund will ihn ärgern, weil er auf das Signal "sitz" nicht reagierte. Meine These war dagegen, dass der Hund ihn einfach nicht verstanden hat. Wir haben dann ein paar Körperhaltungen ausprobiert und festgestellt, dass der Hund das Signal nur richtig interpretieren konnte, wenn sein Mensch leicht vorgebeugt frontal vor ihm stand. Schon bei aufrechter Körperhaltung hatte er Fragezeichen in den Augen. Wenn sein Mensch vor ihm auf dem Boden hockte, wusste er mit dem Signal gar nichts mehr anzufangen.


Schon so kleine Unterschiede wie das leichte Vorbeugen können für unsere Hunde also viel ausmachen. Das liegt daran, dass sie Muster lernen, die uns oft nicht bewusst sind. Während ich beabsichtige, meinem Hund das Wort "sitz" als Signal beizubringen, lernt mein Hund möglicherweise:


Wenn Frauchen den Leckerlibeutel nimmt, sich im Wohnzimmer bedeutungsvoll vor mich stellt, mir tief in die Augen schaut und so eine Bewegung mit der Hand macht, dann soll ich mich hinsetzen. Manchmal sagt sie auch noch "sitz" dazu.


Um meinem Hund zu erklären, dass das entscheidende Signal das Wort sein soll, braucht es viele, viele Wiederholungen mit immer wieder neuen Variationen der Rahmenbedingungen. Erst wenn er verstanden hat, dass das Wort die einzige Konstante ist, die immer wiederkehrt, kann er das Signal generalisieren und relativ zuverlässig auch in völlig neuen Situationen richtig umsetzen.


Je kreativer man bei den Variationen ist, desto zuverlässiger wird das Signal später funktionieren. Wichtige Aspekte sind dabei z.B.

  • Ort

  • Zeit

  • Körperhaltung / -bewegung

  • Mimik

  • Blickrichtung

  • Person

  • Position von Mensch und Hund zueinander

  • Untergrund

  • Gegenstände in der Nähe

  • Ablenkungen

Immer, wenn sich etwas an den Rahmenbedingungen verändert hat, bekommt der Hund erstmal wieder etwas mehr Hilfestellung, um das Signal zu verstehen. Umgekehrt heißt das auch: Wenn ein Hund auf ein vermeintlich bekanntes Signal nicht richtig reagiert, sollte man immer zuerst überlegen, ob er das Signal wirklich unter vergleichbaren Rahmenbedingungen schon kennengelernt hat.


Es braucht also einiges an Zeit und Geduld, bis ein Signal in (annähernd) allen Lebenslagen funktioniert. Einem Hund, der als Welpe oder Junghund gelernt hat zu generalisieren, fällt es aber zum Glück als erwachsener Hund auch bei neuen Signalen nicht mehr so schwer.


Bist du neugierig, wie gut dein Hund das Signal "sitz" kennt? Dann mache bei meiner "Sitz-Challenge" mit und hinterlasse mir gerne einen Kommentar auf Facebook.


P.S.: Natürlich ist es nicht nötig, dass jeder Hund jedes Signal in allen Lebenslagen beherrscht. Ein oder zwei zuverlässige Signale reichen meistens aus. Alles, was darüber hinausgeht, ist wie "Gehirn-Jogging" für deinen Hund. Es stellt ihn vor geistige Herausforderungen, die nebenbei eure Kommunikation verbessern und euren Alltag vereinfachen können.


#Hundetraining #RallyObedience #Challenge

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